Unsere Pädagogik

 
Unser Ziel:
Unsere intensive Zuwendung zum Kind ermöglicht den Aufbau einer tragfähigen Bindung und Beziehung. Das Kind soll sich emotional wohl fühlen. Dies wiederum bildet die stabile Basis für jede Weiterentwicklung und stellt für uns die größte Herausforderung dar.
Wir begleiten die Kinder auf ihrem Weg zu selbstbewussten, selbständigen und verantwortungsbewussten Menschen und zum Miteinander gemäß unserem christlichen Leitbild.
 
Im folgenden Film erhalten Sie einen kurzen Einblick in unsere Pädagogik und unser Montessori Material. Im Anschluss an den Film sind alle Informationen genau beschrieben.
 
Das Video ist aktuell noch in Arbeit
 
Religionspädagogik
 
Religionspädagogik gehört zu unserer grundlegenden Aufgabe, eingebettet in den Erziehungs- und Bildungsauftrag. In unserer katholischen Einrichtung ist es uns ein Anliegen und Bedürfnis, den Kindern christliche Werte und Einstellungen zu vermitteln und Glaubensfragen weiterzugeben. Wir wollen die Kinder einladen und anregen zum Fragen, Denken und Verstehen. So schaffen wir eine Atmosphäre, in der Kinder Geborgenheit, Liebe, Vertrauen und Gemeinschaft erfahren.
Ein positives Menschenbild, Respekt und Wertschätzung gehören zu unseren Grundwerten. Über biblische Geschichten, Lieder, Meditationen, Bilderbücher, dem gemeinsamen Gebet und kreativem Tun lassen wir zusammen mit den Kindern Glauben lebendig werden.
Die Feste im Kirchenjahr sind immer wiederkehrende Orientierungspunkte. Sie machen die Zeit für Kinder überschaubar. Sie sind ein verlässlicher Rhythmus, der die Zeit strukturiert.
So hoffen wir, dass es uns gelingt, den Kindern christlichen Glauben als berechenbare Orientierung für ihr Leben mitzugeben und sie die Kirchengemeinde als Ort der Begegnung und Heimat erfahren dürfen. Die Kinder lernen in besonderer Weise den christlichen Glauben kennen und verstehen, was ein wertschätzendes Kennenlernen einer anderen Konfession oder Religion nicht ausschließt.
Kinder begreifen, dass man im alltäglichen Miteinander mit Rücksicht, Verständnis und Toleranz gut zusammen leben kann, wenn man andere religiöse Ausdrucksformen und Konfessionen kennt.
 
Die Montessori Pädagogik
 
Maria Montessori wurde am 31.08.1870 in Italien geboren. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Erziehung und dem Unterricht geistig behinderter Kinder und schloss Studien, unter anderem in der Pädagogik ab. Von besonderer Bedeutung war vor allem das pädagogische Konzept ihres ersten Kinderhauses „Casa dei bambini“, welches sich im Laufe der ersten zwei Jahre zu ihrer pädagogischen Arbeit entwickelte.
 
Montessoris außergewöhnliche Sicht auf das Kind, auf die Art und Weise, wie es lernt und ihre Forderung, die Beziehung vom Kind zum Erwachsenen neu zu definieren, waren absolut revolutionär. Um Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen, setzte sie im Kinderhaus, die von bereits für die Arbeit mit geistig Behinderten entwickelten Lernmaterialien ein – mit vollem Erfolg. Sie werden zum unverwechselbaren Kennzeichen der Montessori Pädagogik.
 
Maria Montessori starb am 06.05.1952. Ihr Werk verbreitete sich über die Jahre und entwickelte sich weltweit zu einer anerkannten Pädagogik, welche auch heute in zahlreichen Einrichtungen für alle Altersstufen umgesetzt wird.
Auch in vielen Familien ist die Montessori Pädagogik inzwischen angekommen.
 
Prinzipien der Montessori – Pädagogik
(angelehnt an Grundprinzipien aus dem Buch Montessori – Pädagogik, Einführung in Theorie und Praxis, Michael Klein – Landeck, Tanja Pütz)
 
Jedes Kind will lernen (frei Wahl der Arbeit)
Nach Montessori steckt in jedem Kind ein angeborener Drang zum Lernen. Kinder sind von Natur aus neugierig, wollen die Welt erkunden und unabhängig werden. Kinder lernen besonders intensiv, wenn das Thema eine Bedeutung für sie hat, etwa weil es sie brennend interessiert, neugierig macht, Fragwürdiges beinhaltet usw. Durch das Prinzip der freien Aufgabenwahl in der freien Bildungszeit sollen die Kinder Gelegenheit erhalten, persönlichen Lerninteressen nachzugehen und motiviert zu arbeiten.
 
Jedes Kind lernt individuell
Lernen ist im Kern ein Prozess individuellen Aneignens, der nicht von außen erzwungen, wohl aber unterstützt und gefördert werden kann. Jeder Mensch lernt anders. Daraus folgt für Montessori, dass nicht (immer) alle zur selben Zeit das Gleiche lernen können bzw. sollen. In der freien Bildungszeit werden Aufgaben, Arbeitspartner, Lerntempo und Arbeitsplatz relativ frei gewählt und individuell bestimmt.
 
Jedes Kind lernt mit allen Sinnen
Lernen ist immer praktisch – Hände, Körper und Geist wollen gleichermaßen angesprochen werden. Kinder lernen nicht allein mit dem Kopf, sondern mit Kopf, Herz und Hand. In der Regel verstehen sie am besten, wenn viele Sinne beteiligt sind. In Montessori – Gruppen arbeiten Kinder daher mit anschaulichem Lernmaterial, das zum Hantieren einlädt und mehrere Sinne anspricht. Lerngegenstände werden be-handelt, so dass man vom Greifen zum Begreifen gelangen kann. Dieses Prinzip kommt grundsätzlich allen Kindern zugute. Für viele ist die sinnliche Grundlage des Lernens unverzichtbar, für alle ist sie ein sehr motivierender Faktor.
 
Jedes Kind lernt selbständig
„Hilf mir, es selbst zu tun…“ lautete die Bitte eines Kindes, die zum Motto der Montessori – Pädagogik wurde. Nach den Kenntnissen der heutigen Lerntheorien, eignen sich Kinder Wissen durch eigenes Handeln, Erleben, Ausprobieren an, nicht nur durch Zuschauen und Zuhören. Was das Kind mit seinem eigenen Handeln erlebt hat, bleibt bekanntlich besser im Gedächtnis verankert. Daher erschließen sich Kinder, in der freien Bildungszeit, Themen und Inhalte möglichst selbstständig. Ohne oder mit einer Anleitung, je nach Alter des Kindes, durch einen Erwachsenen. Die freie Bildungszeit dient somit vor allem der aktiven Aneignung von Kenntnissen und nicht der Übung dessen, was der Erwachsene zuvor gelehrt hat. In der freien Bildungszeit erfolgt allerdings auch die Überprüfung der Arbeitsergebnisse durch das Kind, was dessen Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und zur Selbstständigkeit nachhaltig fördert und einer zunehmenden Unabhängigkeit dient.
 
Jedes Kind liebt das Lernen in Gemeinschaft
Individuell und selbstständig zu lernen heißt aber nicht, Eigenbrötler zu werden. Im Gegenteil: In der freien Bildungszeit sprechen die Kinder leise miteinander, um sich gegenseitig zu helfen oder Erfahrenes auszutauschen. Viele Materialien und Aufgaben können alleine, in Partnerarbeit oder in kleinen Gruppen gespielt werden. Dabei heißt es jedoch auch, Rücksicht nehmen und die Bedürfnisse der anderen Kinder zu respektieren. Durch den gemeinsamen Stuhlkreis bleibt der Bezug zur Gemeinschaft und Gruppe wach und erhalten.
 
Jedes Kind liebt den Erfolg
Arbeit nach freier Wahl und eignem Lerntempo kann dazu beitragen, ständige Überforderung und Frustration bzw. Unterforderung und Langeweile zu verhindern und so persönliche Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Die Freiarbeit, mit fehlendem Druck und Konkurrenzkampf, nimmt vielen Kindern die Angst und Scheu und stärkt ihre Lernmotivation. Es zählt vor allem die individuelle Leistung und die persönliche Lernentwicklung. Die Montessori – Materialien sind so konzipiert, dass sie ein Lernen in kleinen Schritten ermöglicht. Das Bewältigen von Aufgaben durch eigene Anstrengung ermöglicht Erfolgserlebnisse, die Selbstvertrauen geben. Das stärkt die Lernfreude und Erfolgszuversicht der Kinder. Die objektive Rückmeldung durch die Selbstkontrolle am Material, lässt den Fehler als Freund erleben, der hilfreiche Hinweise gibt, ohne zu beschämen.
 
Das Montessori Material ist in fünf Bereiche aufgeteilt:
 
  1. Übungen des täglichen Lebens (ÜtL)
  2. Sinnes – Material
  3. Sprach – Material
  4. Mathematik – Material
  5. Material zur kosmischen Erziehung
 
1. Die Übungen des täglichen Lebens 
Als Übungen des täglichen Lebens versteht Montessori eine große Vielfalt häuslicher und pflegerischer Arbeiten. Es handelt sich um reale Tätigkeiten aus dem Alltag, mit denen auch Erwachsene täglich hantieren, welche das Kind zum Nachahmen anregen. Es geht dem Kind um das aktive Tun, den Lernprozess, wodurch das Kind seine Kompetenzen und Fähigkeiten erweitert und vertieft.
Das Arbeitsmaterial ist kindgerecht, lebensnah und authentisch.
 
Dazugehörige Übungen:
  • Übungen zur selbstständigen Pflege der eigenen Person (Hände waschen, Haare kämmen, Toilettengang, ….)
  • Übungen zur Pflege der Umgebung (Tisch decken und abwischen, Boden kehren, Teppiche ein- und ausrollen,….)
  • Übungen des sozialen Lebens (grüßen, jemanden ausreden lassen, Danke und Bitte sagen,…)
  • Übungen der Stille und Koordination der Bewegung (gehen auf der Linie, Stuhl tragen, Türe leise schließen,…)
Übungen zur Wahrnehmung (Knöpfe auf und zu machen, Schütt – und Gießübungen, sortieren….)
 
2. Sinnesbereich 
Das Sinnesmaterial fördert die differenzierte Sinneswahrnehmung des Kindes, dient ihrer Verfeinerung und unterstützt die kognitive Entwicklung. Das Material verfügt über einen großen Fundus, greift Eindrücke des Kindes aus seiner Umgebung auf und hilft diese zu ordnen, zu differenzieren und zu benennen.
Das oberste Gebot beim Umgang mit dem Sinnenmaterial ist die Aktivität des Kindes mit den Händen.
 
Dazugehörige Übungen:
  • Übungen zum Hören (z.B. Geräuschdosen, Stilleübungen im Stuhlkreis,….)
  • Übungen zum Sehen (Farbtäfelchen, geometrische Körper zuordnen, Muster legen….)
  • Übungen zum Riechen (Geruchsdosen, Naturmaterial…)
  • Übungen zum Schmecken (verschiedene Geschmacksspiele)
  • Übungen zum Fühlen (Rau- Glatt- Täfelchen, Gewichtstäfelchen, Fühlsäckchen, Stoffe zuordnen,…) 
 
3. Sprachbereich 
„Sprache ist der Schlüssel zur Welt“ 
Sprache findet überall statt, wo Kinder aktiv an ihrer Umwelt beteiligt werden. Sie können zum Beispiel beim Malen oder Spielen mit anderen kommunizieren, auch finden sie Sprache beim Singen oder wenn sie in Geschichten und Büchern Bekanntes entdecken oder Faszinierendes aus einer fernen Welt oder Zeit erfahren.
Maria Montessori unterstützt das Kind beim Spracherwerb mit einem aufeinander aufbauenden, abwechslungsreichen Materialangebot. Sie betont auch, dass vielfältige Sprachanlässe und Sprachvorbilder, Singen, Reimen und Geschichten erzählen, vorlesen usw. dem Kind helfen, seine Handlungen, Gedanken, Gefühle und Wünsche in Worten auszudrücken. All das unterstützt das Kind in der Entwicklung seiner Persönlichkeit und fördert seine Unabhängigkeit und Freiheit.
 
Dazugehörige Übungen:
  • Stuhlkreis (Fingerspiele, Lieder, Reime,…)
  • Sandpapierbuchstaben
  • Buchstabenvorhang
  • Buchstabenspiele 
Alle Montessori Materialien können zum Spracherwerb und zur Vertiefung beitragen.
Die Kinder lernen die Sprache durch Nachahmung. Diese ist bis zum ca. sechsten Lebensjahr in den Grundzügen abgeschlossen.
 
4. Mathematischer Bereich 
Mathematik ist im Lebensalltag eines Kindes permanent präsent. Hierbei geht es jedoch nicht darum, dass das Kind die mathematischen Dinge benennen kann, sondern es erfährt Mathematik über sortieren, vergleichen, ordnen, abschätzen und messen. Mit unseren Montessori Materialien, aber auch mit selbst hergestellten Materialien aus Alltagsgegenständen werden die Kinder bereits früh unterstützt, mathematische Strukturen kennen zu lernen. Diese tragen dazu bei, dass der Einstieg in die höhere Mathematik spielerisch leicht gelingt.
 
Dazugehörige Übungen:
  • Hunderter – Brett
  • Goldenes Perlenmaterial
  • Zahlenvorhang
  • Sandpapierzahlen
  • Blau – Rote – Stangen
  • Tisch decken (Wie viele Teller brauche ich?)
  • Geometrische Formen und Körper 
5. Kosmischer Bereich 
Der Mensch, egal ob jung oder alt, ist Mitglied dieser Welt. Als Teil des Kosmos trägt er eine große Verantwortung, welcher er nur dann gerecht wird, wenn er den Zusammenhang dieses komplexen Systems versteht und seine Stellung in dieser Ordnung von Natur, Gesellschaft, Kultur und Geschichte erkennen und nutzen kann.
 
Kinder wollen wissen, was die Welt ausmacht und was ihre Aufgabe hier ist. Sie sollen ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen, um zu verstehen und zu erhalten, was ihnen vertraut ist. Die kosmische Erziehung bietet dem Kind Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse, die es zunehmend befähigt, wertschätzend und verantwortungsbewusst mit seiner Umwelt umzugehen.
 
Dazugehörige Übungen:
  • Planeten
  • Weltkartenpuzzle
  • Europapuzzle
  • Schleichtiere
  • Globus
  • Lexika / Bilderbücher
Mit Ausflügen in die Natur, Beobachtungen im Außengelände, naturwissenschaftlichen Experimenten, der Auseinandersetzung mit der eigenen und mit fremden Kulturen, mit Festen im Jahreskreis usw. wird die Neugierde der Kinder auf diese Welt geweckt.
 
Schulfähigkeit
  • Wie wird ein Kind schulfähig?
  • Was trägt der Kindergarten dazu bei?
  • Welches sind die wichtigsten Schulfähigkeitskriterien?
 Der Erwerb der Schulfähigkeit beginnt nicht erst im Kindergarten, sondern bereits mit der Geburt. Das Kind entwickelt individuelle Fertigkeiten, die es für die Schulfähigkeit braucht. Um im Gehirn des Kleinkindes ständig neue Verbindungen von Nervenzellen zu aktivieren, braucht es auch entsprechende Sinnessignale. Je mehr Signale und Inputs dem Kind gegeben werden, umso schneller entstehen neue Verknüpfungen im Gehirn. Dies geschieht nur, wenn das Kind aktiv an seiner Umwelt beteiligt oder interaktiv mit seiner Umgebung in Verbindung steht. Diese Voraussetzungen, man spricht auch von Vorläuferfähigkeiten, müssen gegeben sein, damit das Kind lesen, schreiben und rechnen lernen kann.
Grundvoraussetzung für den Erwerb der Sprache ist das Hörvermögen. Kommunikation ist nur möglich, wenn die Fähigkeit des Hörens und Zuhörens vorhanden ist. Das Hörorgan kann sich den Geräuschen aus der Umgebung nicht entziehen, es muss also zentrale Reize herausfiltern. Dieses bewusste Hören kann helfen, eine Autonomie gegenüber der akustischen Reizflut zu entwickeln, d.h. wegzuhören, abzuschalten, aufmerksam zuzuhören und folglich dann in die zwischenmenschliche Kommunikation zu treten.
 
Übungen dazu:
  • Geräusche erkennen
  • Töne und Klänge unterscheiden (laut, leise, hoch, tief)
  • Lautzuordnung (Wer macht welche Geräusche?)
  • Lautempfindung (laut, schrill, furchterregend, unangenehm)
  • Woher kommt das Geräusch?
  • Töne, Geräusche, Klänge erleben (fern und nah)
  • Laute selbst erzeugen
  • Geräuschdosen (Sinnesmaterial)
 
Das Ohr ist der Schlüssel für das soziale Leben
 Aktives Zuhören ermöglicht es uns, Äußerungen der Mitmenschen zu verstehen, um dann mit ihnen zu kommunizieren. Mit der Zeit entwickelt sich eine Fähigkeit, die als phonologisches Bewusstsein bezeichnet wird. Dies bedeutet, es wird nicht nur auf den Inhalt der Mitteilung geachtet, sondern auch auf lautliche, formale Aspekte der Sprache.
 
  • Den Klang der Worte, die einzelnen Worte in einem Satz, die Silben in einem Wort und zuletzt die einzelnen Laute in den Silben
Die phonologische Bewusstheit ist wiederum eine Vorläuferfähigkeit für den Schriftspracherwerb. Da diese Fähigkeit eine zielgerichtete Aufmerksamkeitssteuerung erfordert, dient es auch der Konzentrationsfähigkeit. Kinder, welche konzentriert zuhören können, können leicht verstehen.
 
Übungen dazu:
  • Tastspiele
  • Reime, Aufzählverse
  • Fingerspiele, Klatschspiele
  • Singspiele, Liedtexte
  • Bilderbücher
  • Rhythmus durch Musik, Musikbegleitung mit Orff - Instrumenten
  • Sachgespräche, die über den Alltag hinausgehen
Diese Übungen werden gezielt im Tagesablauf eingebaut. Das Montessori – Material und weitere entsprechende Materialien sind in der freien Bildungszeit für die Kinder frei zugänglich. Auch im Morgenkreis bekommen die Kinder Anregungen, ihre Vorläuferfähigkeiten zu vertiefen. Die Ergänzung zur phonologischen Bewusstheit ist der mathematische Bereich mit Zahlen und mengenbezogenem Vorwissen - z.B. ordnen und zuordnen von Zahlen und Größen – Mengen und Längenvergleiche. Diese spezifische Vorläuferfähigkeit wird im Kindergartenalltag während des Freispiels erworben. Durch viele Übungen des täglichen Lebens, wie das Sortieren, Zuordnen und Zählen lernen die Kinder schon früh unterschiedliche Varianten aus der Mathematik kennen. Auch unser Sinnesmaterial bietet viele Möglichkeiten diese Fähigkeit zu fördern.
 
Übungen: 
  • Stuhlkreis mit Stühlen richten
  • Zählen der Kinder
  • Tisch decken
  • Aufträge erteilen (Kannst du bitte 3 Stifte…)
  • Kalender, Uhr
  • Rhythmische Zahlenspiele 
Diese mathematische Frühförderung geht immer von einem spielerischen Umgang mit Zahlen, Mengen und Gegenständen aus, einschließlich dem Vertrautwerden mit Relationen (größer –  kleiner, dicker – dünner, weniger – mehr, schneller….).
 
Es sind jedoch nicht nur die kognitiven Voraussetzungen zu berücksichtigen, was die Schulfähigkeit betrifft, sondern auch die sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Diese sind von großer Bedeutung beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Hier ist es besonders wichtig, dass Eltern, Kindergarten und Schule gemeinsam dem Kind Möglichkeiten anbieten es zu unterstützen. Das Kind sollte seine Gefühle einschätzen und äußern können und empathiefähig sein. Auch sollte es für sich Strategien und Selbstvertrauen entwickelt haben, um Lösungen für Probleme und Alternativen  suchen und anwenden zu können.
Es ist von höchster Brisanz, dass wir auf keinen Fall außer Acht lassen dürfen, dass jedes Kind zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt die Schulfähigkeit erreicht und deshalb individuelle und gezielte Anregungen und differenzierte Förderung benötigt.
 
Transition – Der Übergang vom Kindergaten in die Schule
 
Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule bringt immer eine erhöhte Anforderung mit sich und kann leicht eine Herausforderung oder Überforderung darstellen. Es müssen neue Kompetenzen aufgebaut und gestützt werden. Das Schulkind wird stärker mit Regeln und Normen konfrontiert als im Kindergarten. Es muss sich mit mehreren Bezugspersonen auseinandersetzen (Lehrer, Klassenameraden) und neue Freunde suchen. Der Schuleintritt bringt auch für die Familie eine große Veränderung (neue Organisation und Vertrauen in die Schule). Damit das Kind den Übergang gut bewältigen kann, sind Eltern, pädagogische Fachkraft, Lehrkräfte und die Klassenkameraden verantwortlich. Die Grundschule übernimmt jetzt die Aufgabe, die Arbeit des Kindergartens fortzusetzen und die Kinder behutsam von einer mehr spielorientiertem zu einer allmählichen sach – und aufgabenorientierten Lernform zu führen. Daher ist die Kooperation während des letzten Kindergartenjahres enorm wichtig.
 
Pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte haben vielfältige Möglichkeiten die Zusammenarbeit kreativ zu gestalten. Der gemeinsame Gedankenaustausch ist von großer Bedeutung, da nicht nur der Kindergarten das Kind auf den Schulanfang vorbereitet, sondern auch die Schule sich auf die Kinder vorbereiten muss.
 
Die Ratoldusschule ist zuständig für den St. Ursula Kindergarten und stellt eine Kooperationslehrkraft, die mit einem Ansprechpartner aus dem Kindergarten ein Kooperationstandem bildet. Es muss ein kontinuierlicher Austausch beider Institutionen stattfinden. Diese Kooperation beinhaltet: 
  • Austausch von Erfahrungen und Informationen (Bild des Kindes, Einschätzungsbogen)
  • Gegenseitiges Hospitieren (Beide Partner führen pädagogische Angebote mit gegenseitiger Beobachtung durch)
  • Gemeinsame Elterngespräche (Pädagogische Fachkraft, Lehrkraft, Eltern)
  • Regelmäßiges Schulanfängertreffen (Kennenlernen der Klassenkameraden)
    • Die Kinder sollen sich gegenseitig wahrnehmen und als Gemeinschaft sehen
  • Infoabend der jeweiligen Grundschule
  • Schulbesuche und Schnupperstunden an der Grundschule